Abwehr der Datensammler

zuletzt geändert am 22.06.2022

Zum Schutz der Privatsphäre braucht es Maßnahmen zur Abwehr der Datensammler. Das kostet ein paar Euro, organisatorischen Aufwand und in Teilen Verzicht. Aber das sind äußerst empfehlenswerte Investitionen, wenn man im Internet seine Privatsphäre schützen will. Wieviel Aufwand jemand betreiben will, gilt es allerdings individuell festzulegen. Nicht jedes, der zur Abwehr aufgezählten Elemente hat ein adäquates Schutz/Aufwand-Verhältnis, aber VPN, sicherer Browser und sichere Suchmaschine sind zwingend notwendig.

Microsoft liefert mit Windows sowohl eine Firewall als auch einen Virenschutz, die einwandfrei funktionieren. Im Gegensatz dazu sind die Apps für Android und iOS basierte Mobilgeräte für die Masse der privaten Anwender wenig attraktiv und umständlich zu handhaben.

Installationen zum Schutz des Endgeräts

  • Firewall
    Windows- und iOS-Systeme beinhalten die Firewall standardmäßig. Der Android-Gerätenutzer muss mit viel Aufwand und gering erscheinendem Nutzen eine Firewall selbst installieren.
  • Virenschutz
    Bei Windows ist der Defender standardmäßig eingebaut. Der Android– bzw. der iOS-Gerätenutzer muss den Virenschutz selbst installieren und der Nutzen erscheint eher gering zu sein.
  • Privacy Dashboard
    Für Windows empfiehlt sich z.B. WPD als Anti-Spy-Software, um die Datensammlung durch Microsoft zu reduzieren. Für Android gibt es eine App „Privacy Dashboard“, deren Nutzen nicht ersichtlich ist. iOS bietet kein Privacy Dashboard.

Installationen zur Abwehr der Datensammler

  • Virtual Private Network (VPN)
    Es sichert den anonymen Internetzutritt.
  • Browser
    Der Auswahl des richtigen Browsers kommt die höchste Bedeutung zu. Für Desktop-Systeme ist unbedingt der Firefox-Browser zu empfehlen. Bei mobilen Geräten ist der Browser von DuckDuckGo beste Wahl, wobei DuckDuckGo auf iOS-Systemen nicht umfassend schützt, sondern Daten an Microsoft liefert.
  • Suchmaschine
    Die sicherste Suchmaschine, die keine Persönlichkeitsprofile erstellt, ist DuckDuckGo. Bei mobilen Geräten ist sie bereits im Browser integriert und muss nicht zusätzlich zu Firefox installiert werden.

Keine Abwehr möglich

Wenn Benutzer bei Social Media Diensten Konten eröffnen, – und das muss man bei Microsoft, Google, Facebook & Co – dann nützen auch die vorgenannten Maßnahmen und Werkzeuge nichts! Bei jedem Anbieter, der die Eröffnung eines Kontos verlangt, damit man seine Dienste nutzen kann, wird man seiner Privatsphäre beraubt. Beim Ausmaß des Datenraubs gibt es noch graduelle Unterschiede. Google und Facebook sind in dieser Sache Spitzenreiter.

Will man Social Media Dienste und vor allem auch personalisierte Werbung uneingeschränkt nutzen, so sind Abwehrmaßnahmen sogar kontraproduktiv. Jede Abwehrmaßnahme schränkt in irgendeiner Form das Angebot ein. Der Preis für vollen Zugang zu allen Social Media Diensten und zu umfassender Werbung ist die Preisgabe seines Benutzerprofils und seines Verhaltens im Internet.

In diesem Fall sind Google und Chrome tatsächlich die beste Wahl und das offene Tor für vollen Zugriff: Zugriff der Anbieter auf die Nutzerdaten und Zugriff des Nutzers auf die ganze Welt des Internets.

Ein bisschen Abwehr

Was ein wenig hilft, wenn man Social Media Dienste nutzen und doch etwas Schutz haben will, sind

  • Browser-Tuning mittel der Browser-Settings
  • DuckDuckGo als Suchmaschine, weil sie im Gegensatz zu Google keine Daten speichert
  • so restriktive Preisgabe persönlicher Daten in den Kontoeinstellungen wie nur möglich und Anpassung der Kontoeinstellungen, was leider ziemlichen Aufwand bedeutet

Wer auf Social Media Dienste nicht verzichten kann oder nicht will, muss das Lied der Datensammler singen.

Der kritische Besucher im Internet

Was immer man tut, am Ende entscheiden aber menschliche Kompetenz und persönliche Stärke, wie man mit der gesamten Informationsflut umgeht. Man muss Werbung und Manipulationsversuche nicht ausblenden. Man kann – ja man soll sogar, wenn man ein vollständiges Bild bekommen will – sie konsumieren, solange man sich selbst eine klare Vorstellung vom Wert des Angebots schafft und kritisch entscheidet.

Es braucht den wachsamen, kritischen und rational denkenden Besucher.
Die anderen werden ausgebeutet und manipuliert.

Wenn es Ihnen beliebt, so teilen Sie den Artikel auch anderen mit. Ihre Stimme hilft, kaschmaeh.net zu überleben.