Betrüger im Internet

zuletzt geändert am 21.06.2022

Man kann sich ein Leben ohne Internet kaum noch vorstellen. Die Möglichkeiten, die es bietet, den Wissensdurst zu stillen, Unterhaltung zu genießen und Kommunikation zu treiben, sind zu fantastisch. Nur leichtgläubig darf man im Internet nicht sein, denn wie überall in der realen Welt lauern die Betrüger auch im Internet.

Niemand würde in einer fremden Stadt allein und achtlos durch dunkle Straßen eines Slumviertels marschieren. Man erkennt die Gefahr und weicht ihr aus. Im Internet erscheint hingegen „das eine Stadtviertel“ wie jedes andere. Sorglosigkeit macht sich beim Schlendern durch die Webseiten breit und ehe man es sich versieht, kann man in die Falle tappen und sich eine blutige Nase holen.

Überall, wo Geld im Spiel ist, setzen die Betrugsmanöver ein.

Die üblichen Fallen

Es geht um das Abgreifen von Konto- und Bankdaten, fingierte Zahlungsbescheide, vorgetäuschte günstige Angebote, Gewinnspiele, Abo-Fallen, etc. Die entsprechenden Versuche werden über Webseiten im Internet oder mittels e-Mail gestartet. Dass sich mittlerweile Verkäufer auf diversen online-Shops (auch Amazon und ebay) tummeln, deren Waren nie geliefert werden, ist schon fast Alltag. Weniger häufig sind die verlockenden Angebote, im Finanzmarkt rasch zu unglaublichen Gewinnen zu kommen. Dafür ist die Schadenssumme um so höher. Mit Versprechen auf hohe Gewinne durch Investitionen in Finanzwetten, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte erbeutete eine Bande 2021 30 Millionen von Anlegern.

Mehr als 20 Prozent wurden 2019 in Deutschland Opfer von Internetkriminalität. Im Jahr 2015 belief sich der Schaden in den vier Bereichen Phishing, Identitätsbetrug, Waren- und Dienstleistungsbetrug und Schadsoftware auf insgesamt 3,4 Milliarden Euro (Quelle: „Tatort Internet: Kriminalität verursacht Bürgern Schäden in Milliardenhöhe“). Überraschend ist dabei, dass nicht ältere, sondern Menschen unter 37 Jahren am häufigsten auf kriminelle Angebote hereinfallen (Studie von Microsoft, 2018).

„Alles zum Thema Internet-Betrug“ bietet u.a. die Webseite Saferinternet.at.

Besonders gemeine und gefährliche Fallen

Aber auch auf Märkten, an die der Besucher zunächst nicht im Traum denkt, versammeln sich die Betrüger zum Abfischen. Wer sich voll der Hoffnung, einen liebevollen Partner zu finden, auf die Suche macht, denkt wohl kaum an Böses. Dass sich hinter dem/der antwortenden PartnerIn eine Person verbarg, die während der gemeinsamen, ach so schönen Zeit, nur abkassierte, stellt sich meist erst Wochen oder Monate später nach ihrem Verschwinden heraus.

Wer sein Haus von Privat an Privat verkauft, wird erfreut sein, wenn ein sehr attraktives Kaufangebot eintrifft. Der Käufer bietet Barzahlung an, wenn man sich im Ausland bei ihm zur Geschäftsabwicklung träfe. Die, die solchen Angeboten folgten, wachten – wenn sie noch Glück hatten – meist im Krankenhaus auf, nachdem sie ausgeplündert wurden.

E-Mails aus Nigeria, die verkünden, der Absender sei durch wundersames Glück millionenschwerer Erbe geworden, tauchen immer wieder auf. Leider sei das Vermögen eingefroren und könne nur gegen eine ansehnliche Auslösesumme freigegeben werden, über die der Erbe nicht verfügt. Sofern der e-Mail-Empfänger diese aber bezahlte, so würde er 50% der Erbschaft erhalten. Ausflüge mit dem Geldkoffer ins Land des e-Mail-Absenders enden immer äußerst fatal oder gar letal.

Das heißt:

Niemand kann sich vollständig vor dem Reinfall auf eine Gaunerei schützen. Aber jeder Mensch kann im Bewusstsein um die Gefahren im Internet seinen kritischen Verstand einsetzen und verlockende Angebote sorgfältigst prüfen. Der Besuch der eigenen Bank im Internet birgt bestimmt keine Gefahr. Die verlockende Versprechung einer unbekannten e-Mail oder Webseite hingegen sehr wohl!

Wachsamkeit und kritische Prüfung sind im Internet – leider – Pflicht!
Siehe auch: Manipulation als Ziel der Ausspähung.

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