Browser

zuletzt geändert am 17.07.2022

Browser sind die Benutzeroberfläche zur bildlichen Darstellung von Webseiten, Dokumenten und Daten. Der Browser ist eine jener Stellen im Computer, an der die Datensammler ihre Saugnäpfe anlegen. Es ist also essenziell, den richtigen zu nutzen und ihn so einzustellen, dass er die wenigsten Informationen absaugen lässt.

Der sicherste Browser für Desktop-Computer ist nicht der mit Abstand meistgenutzte, nämlich Chrome (80%) von Google LLC, sondern Firefox von Mozilla. Firefox bietet einen guten Kompromiss zwischen maximaler Anonymität, wie bei Tor, und den geringsten Einschränkungen beim Empfang der Webseiteninhalte, wie z.B. bei Chrome. Bei mobilen Geräten tritt an die Stelle von Firefox der Browser von DuckDuckGo. Google ist bekannt dafür, Daten massenhaft abzusaugen, während die Privatsphäre von Firefox und DuckDuckGo geschützt wird.

Einstellungen für Firefox

Jeder Browser, so auch der Firefox, ist in den Einstellungen (Settings) so anzupassen, dass er bestmöglichen Schutz bietet. Wesentliche Änderungen betreffen

  • Verlauf (Chronik, History) ausschalten
  • als Suchmaschine für den Desktop-Computer unbedingt DuckDuckGo verwenden, auf keinen Fall Google. Bei mobilen Geräten ist DuckDuckGo sowohl Browser als auch Suchmaschine, d.h. Firefox ist überflüssig.
  • Cookies von Drittanbietern ausschließen
  • privates Fenster verwenden
  • Berechtigungen einschränken
  • Passwörter nicht im Browser, sondern extern verwalten
  • keine Cloud nutzen

Add-ons

Weiteren Schutz muss man mit Zusatzprogrammen (Add-ons) organisieren. Als Standard sollte man die folgenden oder entsprechende Add-ons einsetzen

  • NoScript zur Ausschaltung von Javascript. Javascript wird nur eingeschaltet, wenn es auf einer besuchten Webseite nicht anders geht, um den Inhalt uneingeschränkt zu erhalten.
  • Privacy Badger, um Tracker und Werbung zu blockieren.
  • DuckDuckGo Privacy Essentials, um die Sammlung von Nutzerdaten bei der Suche einzuschränken.
  • Cookie AutoDelete, um alle Cookies nach Sitzungsende zu löschen.
  • HTTPS Everywhere, um Webseiten nur auf verschlüsseltem Weg zu besuchen.

Ob man noch weitere Add-ons wie Fingerprint Defender, Smart Referer o.a.m. einsetzt, hängt von der individuellen Sicht ab und von der Frage: unique or not unique?

Ist der Browser unique or not unique?

Die Webseite der Electronic Frontier Foundation (EFF) bietet eine Testmöglichkeit, wie gut der Browser den Benutzer schützt und ob er unique ist. Mit unique ist gemeint, dass ein Browser in einer großen Menge anderer Browser von den Datensammlern eindeutig erkannt werden kann. Das wäre „kein Schutz“!

Nun gibt es zwei Wege, dem Problem zu entkommen. Entweder man versteckt seinen Browser in einer Menge gleicher Browser (not unique), wie das Tor bestens tut. Aber leider schränkt Tor den Nutzungskomfort so stark ein, dass sein Einsatz für den alltäglichen Gebrauch nicht in Frage kommt.

So muss man das Problem dadurch lösen, dass der Browser zwar unique ist, aber ständig seine Merkmale ändert. Man muss zusätzliche Add-ons einsetzen, die laufend die Browsermerkmale ändern und eine Verfolgung der Datenspur durch die Datensauger unmöglich machen oder wenigstens erheblich erschweren.

Je mehr Add-ons man einsetzt, desto eher ist ein Browser in einer immer größer werdenden Masse erkennbar. Da von Klick zu Klick aber stets andere Merkmale zu den Datensammlern fließen, ist ein Tracking (fast) ausgeschlossen.

Je mehr Add-ons man einsetzt, desto mehr sinkt der Benutzerkomfort und desto weniger liefern die besuchten Webseiten noch Inhalte. Auch diesem Problem kann man recht gut entgehen, wenn man zwei unterschiedlich konfigurierte Profile im Browser anlegt. Im einen Profil versperrt man alle Wege zum Absaugen der Daten durch strenge Einstellungen und Add-ons. Dieses Profil nutzt man für alltägliche Internetbesuche. Das andere Profil belässt man in den Standardeinstellungen oder modifiziert die Einstellungen nur minimal. Mit diesem Profil besucht man alle Webseiten, auf denen man mit Konto angemeldet ist. Diese Webseiten – wie die eigene Bank – kennen den Besucher ohnehin.

Ob die Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre tatsächlich helfen, bleibt letztlich unergründlich. Welches Arsenal an Waffen Google und Konsorten zur Datenanalyse und Ausspähung einsetzen, bleibt im Dunkeln. Die Sorge ist nicht von der Hand zu weisen, dass alle Maßnahmen einen Null-Effekt haben, und so die Frage auftaucht, warum Datenschützer nicht schon längst das Übel an der Wurzel anpacken. Weil das der Industrie schaden könnte?

Echter Schutz vor Ausspähung

Es wäre sehr leicht, die Ausspähung für die Benutzer eindeutig und übersichtlich zu regulieren. Dazu bedürfte es lediglich eines einfachen „Schaltpults“, das statt geradezu lächerlicher GDPR-Gesetze in allen Browsern verpflichtend zu installieren wäre. Der Browser enthielt bei der Installation lediglich zwei Abfragen:

  • Cookies: alle aus (außer den technisch tatsächlich notwendigen) – alle erlaubt
  • Browsermerkmale: alle aus (d.h. der Browser würde dann nur mehr sich stets ändernde Merkmale senden) – alle erlaubt

So lange Benutzer ohne Konto und mit VPN im Internet unterwegs sind, hätten sie die Gewähr: es gibt keine Ausspähung. Aber leider ist dieser Vorschlag in unserer kommerzialisierten und durch Lobbyisten geprägten Welt nichts als Utopie.

Insofern kommt es einmal mehr darauf an, einen Browser zu installieren, der versichert, die Privatsphäre zu schützen. Und nach Kenntnis der Dinge sind dies Firefox und DuckDuckGo.

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