Datenklau und Werbung

zuletzt geändert am 21.06.2022

Werbung ist Psychologie, Information, Motivation, Sozialisierung und der Kampf um Aufmerksamkeit. Daher spricht sie die Sinne des Menschen an und hat stets zum Ziel, einen Kaufimpuls auszulösen. Infolgedessen verklärt und verzaubert sie, ohne es mit der Objektivität der Botschaft sehr genau zu nehmen. Im schlimmsten Fall ist sie sogar schönfärberische Lüge. In jedem Fall gilt: Aufmerksamkeit erzielt sie nur dann, wenn sie Interesse beim Empfänger erwecken kann.

In der digitalisierten Welt, in der fast niemand mehr ohne Smartphone, Tablet oder PC auskommt, richtet sich Werbung nicht mehr an Massen, sondern an Zielgruppen und an die einzelne Person. Die Personalisierung der Werbung gelingt nur, wenn die Eigenschaften einer einzelnen Person oder einer Personengruppe bekannt sind. Die Digitalisierung der Welt hat es geschafft, den Kreis zwischen Konsumenten und Verkäufern zu schließen, weil die digitalen Spuren der Besucher im Internet den Verkäufern alles über die gerätenutzenden Konsumenten verraten.

Zwischen Konsumenten und Verkäufer haben sich inzwischen die Datensammler geschaltet. Das sind Google, Facebook, Instagram, schlicht alle Social Media Dienste, und schließlich die Flut an Analytikfirmen, die sich auf das Absaugen von Daten spezialisiert hat. Die Datensammler wissen alles über jeden Internetnutzer, wenn der sich nicht bestmöglich schützt, und sie machen mit den Personendaten prächtige Milliardengeschäfte.

Personalisierte Werbung

Personalisierte Werbung ist Werbung für eine Zielgruppe oder eine einzelne Person auf Basis der Informationen über diese Person(en). Die Informationen über den einzelnen Menschen werden durch das sogenannten Tracking erhoben, das sich im Wesentlichen dreier Techniken bedient:

  • Sammlung aller Daten aus dem Benutzerkonto, in dem der Benutzer seine persönlichen Daten freiwillig zur Ausbeutung zur Verfügung stellt. Es ist der optimaler Angriffspunkt zur Datensammlung.
  • Ausspähung mittels Geräteidentifizierung (IP-Adresse), Cookies und Fingerprinting bzw. Browseridentifizierung. Das gehört längst zum Standard des Datenraubs.
  • Mustererkennung über das Verhalten von Besuchern im Internet.

Durch das Tracking des Wegs und des Verhaltens eines Besuchers auf den von ihm besuchten Webseiten lassen sich Rückschlüsse auf seine persönlichen Interessen, Vorlieben und Ablehnungen ziehen. Alle Informationen aus dem Tracking liefern ein exaktes Abbild über das Benutzerverhalten und lassen jeden Benutzer in einem Persönlichkeitsprofil exakt beschreiben, an Hand dessen er personalisierte Werbung erhält.

Wirkung personalisierter Werbung

Hierzu gibt es eine Studie von Fittkau & Maaß Consulting aus dem Jahre 2010. Sie zeigt, dass personalisierte Werbung und persönliche Produktempfehlungen von einem Drittel der Befragten positiv aufgenommen wurden. Sie zeigt aber auch, dass die Hälfte aller Internetnutzer personalisierte Werbung ablehnte. Und rund ein Viertel lehnte persönliche Produktempfehlungen ab.

Die Schlussfolgerung daraus ist nach allem eine einfache. Wer personalisierte Werbung und persönliche Produktempfehlungen mag, akzeptiert den Verlust seiner persönlichen Daten und muss sich um Datenschutz nicht kümmern.

Wer aber personalisierter Werbung ablehnt, muss den Datenklau aktiv bekämpfen.

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