Datenspuren im Netz

zuletzt geändert am 21.06.2022

Sobald wir das Internet besuchen, hinterlassen wir unsere Datenspuren, die von den Datensammlern wie Google, Facebook und Co. intensiv ausgewertet werden. Folglich kennen die Datensammler jeden Besucher schon nach einer Weile auf das Genaueste.

Mein gläsernes Ich

Wie berechenbar ist man – durch Datenspuren im Netz? Was wissen Google, Facebook und Co tatsächlich über mein wahres Ich? Zu viel! Das zeigt uns das überraschende Daten-Experiment „Made to Measure“ der Künstlergruppe Laokoon“ (aus: Deutsche Welle, Kultur.21).

Dementsprechend geht es im vorliegenden Fall um die Auswertung von Daten einer Person, über die Google im Laufe der Zeit alle Suchanfragen minutiös gesammelt hat. Infolgedessen war das Ergebnis vorhersehbar: Google kennt die Person, kennt auch Dich und jeden einzelnen Google-User bis auf die Knochen genau.

Daher lohnt es sich, das Ergebnis der Datenauswertung in dem über eine Stunde langen Film der Gruppe Laokoon anzusehen. Zudem lohnt es sich, die Zeit zu investieren und sich darüber klar zu werden, was mit jedem Internetbesucher passiert. Jedenfalls mit jenen Besuchern, die gedankenlos die Saugnäpfe von Google, Facebook und allen anderen Social Media Diensten tagaus, tagein nutzen. Denn deren Daten landen in ausgefeilten Programmen, die ein vollständiges Psychogramm erstellen. Bei Google und Konsorten hat jeder Besucher folglich schon nach einer erschreckend kurzen Weile sein Double sitzen. Auf jeden Fall wird das persönliche Abbild mit jedem Klick und jeder Aktion genauer und genauer.

Menschen bilden sich auf Grund ihrer Erfahrung, ihrer Anschauung und ihres Gefühls eine Meinung über andere. Aber Computerprogramme haben keine Gefühle. Sie sind vollgestopft mit Statistiken, Kennwerten, semantischen Differentialen, Testverfahren und Lernalgorithmen und erzeugen daher nur eine gefühllos kalte, aber präzise Beschreibung eines Menschen.

Der Film

Der Film zeigt eindrucksvoll, was das bedeutet und wie Menschen missbraucht werden. Und am Ende wartet er noch mit einer handfesten Überraschung auf, die dem Zuschauer ein persönliches Gefühl gibt, was mit ihm im Internet passiert.

Hier geht es zum Experiment der Laokoon Gruppe Made to Measure.

Nach dem Film müsste sich jeder entscheiden, ob ihm das alles gleichgültig ist und es weitergeht wie bisher. Wenn nicht, dann sind Abwehrmaßnahmen und Verhaltensänderungen unabdingbar, um die Datenspuren im Netz zu verwischen oder wenigstens zu minimieren.

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