Fürsorge statt Macht

zuletzt geändert am 21.06.2022

Fürsorge bezeichnet die freiwillig oder gesetzlich verpflichtend übernommene Sorge für andere Personen oder Personenvereinigungen (Quelle). Insoweit übernimmt ein Fürsorger Sorge für andere. Ein Selbstversorger sorgt sich hingegen primär um sich selbst und vielleicht dann noch um andere.

PolitikerInnen sollten also für das Wohl der Bevölkerung Sorge tragen, aber mehr und mehr tritt die Sorge für sich selbst und die eigene Wiederwahl in den Vordergrund. Staatsmänner und -frauen waren auch in der Vergangenheit nicht selbstverständlich, aber blickt man zurück, so deucht einem, es gab mehr davon, die sich um die res publica, den Staat und sein Wohlergehen kümmerten und eigene Interessen in den Hintergrund stellten. Wahrscheinlich spielt die Verklärung der Vergangenheit bei diesem Urteil auch eine Rolle, aber ihr die ausschlaggebende Bedeutung zuzumessen, dürfte wohl falsch sein.

Bildnis der Politikers

Zunehmend trifft man auf Politiker (kaum auf Politikerinnen), deren Persönlichkeitsprofil es gar nicht zulässt, primär Verantwortung für die res publica zu übernehmen, sondern deren Egomanie darauf ausgerichtet ist, den eigenen Machtanspruch zu befriedigen und sich dauerhaft an der Macht zu halten. Diktatoren tun dies per Definition. In Demokratien sollte dies nicht der Fall sein, trifft aber immer weniger zu. Für Politiker wie Donald Trump oder Jair Bolsonaro ist Fürsorge ein Fremdwort. Sie sind Repräsentanten einer undemokratischen und egoistischen Machtausübung, bei denen die Pflege der eigenen Macht dominiert.

Menschen und Politiker dieses Typs hat es wohl immer gegeben. Erschreckend ist, wie es ihnen möglich ist, mehr und mehr Menschen für sich einzunehmen und Wahlen zu gewinnen. Die Rücksichtslosigkeit von Egomanen und ihre teils populistische, teils radikale, teils gefälschte Meinung verfängt bei den Massen und ermöglicht ihren Aufstieg in Demokratien. Es sind eben nicht nur Trump und Bolsonaro. Es sind Politiker wie Boris Johnson (Brexit Fake), Silvio Berlusconi, Nicolas Sarkozy, Viktor Orban, Jarosław Kaczyński, Recep Erdoğan, Heinz-Christian Strache (Ibiza Skandal), Sebastian Kurz oder Herbert Kickl, die von Fürsorge wenig, aber von Egoismus viel haben. Sie kümmert die Gestaltung einer ausgewogenen und fürsorglichen Politik so gut wie nicht mehr. Sie interessiert primär der eigene Machterhalt.

Richtig wählen für mehr Fürsorge

Wir leben in einer Demokratie. Wahlen sind der einzige Hebel der Bevölkerung, den Fürsorgern und nicht den Selbstversorgern die Macht zur politischen Verwaltung zu geben. Lasst uns das in Zukunft besser machen als bisher. Sonst haben wir es auch nicht besser verdient! Die Impfgegner wandern nach Paraguay aus. Wohin sollen Ego-Gegner auswandern? Ist Auswanderung die nächste Option in verschiedenen Demokratien?

Um solche Strategien zu vermeiden, gäbe es zwar eine solide Lösung, deren Realisierungschance aber gleich null ist.

Eignung der Politiker

Reisende im Luftverkehr werden nur Piloten anvertraut, die in zahlreichen Tests ihre Eignung und Befähigung als Pilot nachgewiesen haben. Die Bevölkerung wird Politikern anvertraut, die nichts an Befähigung nachweisen müssen. Warum kann man nicht verlangen, dass Politiker einen Eignungsnachweis zu erbringen haben, der belegt, sie stellen Kraft ihrer Persönlichkeitsstruktur Gemeinwohl über Eigenwohl? Die Wahl fiele um vieles leichter und die Chancen fürsorglicher Politik stiegen beträchtlich.

Ein politischer Führerschein tut not! – Was für eine ketzerische Forderung!

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