Klima

Das Klima steht auf der Kippe! Gehen wir nur noch sehr, sehr wenige Schritte weiter, müssen die Menschen noch in diesem Jahrhundert ein erbärmliches Leben in einem immer enger und feindlicher werdenden Teil der Welt fristen. Zusätzliche Gefahr droht durch die drastische Reduktion der Biodiversität.

Erderwärmung – Klima

Das Ergebnis und die Prognosen von CAT (2100 Warming Projections) sehen zum Fürchten aus.

Quelle: Warming Projections von CAT, Zitierung siehe unten

Die Analysen von CAT zeigen den hinlänglich bekannten und enormen Anstieg der Emission von Treibhausgasen (Historical). Darauf basierend ist es absurd, noch auf eine Erderwärmung von nur 1,5°C zu hoffen (grüner Pfad). Denn alle Szenarien für die Zukunft liegen darüber. Vielmehr deuten die Richtlinien und Aktionen der Regierungen auf eine Erderwärmung von knapp 3°C hin (blauer Pfad).

Weiterhin ist die Welt von ausreichenden Maßnahmen zur Verhinderung einer stärkeren Erderwärmung meilenweit entfernt. Dazu muss man nur auf die Weltkarte von CAT mit den völlig ungenügenden Aktivitäten zum Klimaschutz der einzelnen Länder blicken. Auf Grund dessen ist es ganz sicher, dass sich die Lage künftig nicht ausreichend verbessern, sondern weiter verschlechtern wird. Dafür sorgen allen voran die Führer der Big 4 (China, Russland, USA, wenn Trump wieder Präsident wird, und Indien).

Ungenügende Umsetzung der Klimaziele
Quelle: CAT: „Beurteilung der Klimaschutzmaßnahmen in untersuchten Ländern“. Zitierung siehe unten.

Die Big 4 entscheiden über die Rettung des Klimas

Klima: CO2-Ausstoß

Wenn man den Einfluss auf das Klima etwas weiter fasst, so hängt das Wohl und Wehe der Zukunft im Wesentlichen von der Politik ganzer sieben Länder ab. Denn sie sind für knapp zwei Drittel der Probleme verantwortlich. Wie groß stehen die Chancen wohl, dass die mit 55 Prozent CO2-Ausstoß in vorderster Front stehenden Führer Chinas, der USA, Indiens und Russlands zu einer drastischen Änderung ihrer Politik schreiten werden?

  • Xi Jinping hat die primäre Ambition, China bis 2049 zur Weltmacht Nr. 1 zu machen. Klimathemen helfen dabei nicht. Sie sind höchstens relevant, damit die eigenen Bevölkerung am verpesteten Klima nicht erstickt und nicht zu revoltieren beginnt.
  • USA mag unter den Demokraten noch den Weg mit den Europäern gehen und zumindest noch viel Schlimmeres vermeiden helfen. Unter einem nächsten Präsidenten Trump oder einem anderen Republikaner wird davon wenig bis nichts übrig bleiben.
  • Premier Modi zeigt keine Ambitionen, Indiens Klimapolitik über die Bestrebungen zu mehr Wirtschaftswachstum und größerer Macht zu stellen.
  • Putin? Nicht erst seit dem Überfall auf die Ukraine dürfte feststehen, dass alles andere als Klimapolitik für ihn von Interesse ist.

Infolge dessen stehen die Chancen miserabel, dass die Big 4 die Erderwärmung abwenden. Vielmehr muss man unterstellen, dass es gar keine Chancen mehr gibt, vor allem dann nicht, wenn die Nachrichten lauten: „2,7 Grad Erwärmung drohen – G7-Staaten verfehlen Klimaziel deutlich“ (Quelle, basierend auf dem Bericht vom 06.09.2022: „G7 firms failing Paris agreement on 2.7°C warming path“, von CDP (formerly the Carbon Disclosure Project)).

Weltrisikoindex

Und noch ein anderer Aspekt lässt wenig hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Im Weltrisikobericht 2022 liegen die Big 4 an vorderer Front durch Bedrohungen. China hält Platz 8 (28,7 Risikoindex), USA Platz 18 (22,7), Indien Platz 2 (42,3) und Russland Platz 11 (26,5) unter 193 Ländern. Das heißt, die Big 4 unterliegen einem erhöhten Katastrophenrisiko. Zum Vergleich: Deutschlands Risikoindex liegt bei 3,9 und der von Österreich bei 1,1 (Quelle).

Wird das Risiko schlagend, so sind die Big 4 in erheblichem Maße (viel mehr als andere) davon betroffen. Die Folgen von Katastrophen sind der Verlust von Leben, Vernichtung von Infrastrukturen, enorme Kosten zur Schadensbewältigung und bedeuten somit eine Verschlechterung der Position im Klimaschutz. Die Anstrengungen der Big 4 zum Klimaschutz werden durch die Katastrophen reduziert oder gar zu nichte gemacht.

Konsequenzen aus politischem Versagen

Es ist also höchste Zeit, sich darüber im Klaren zu sein, dass die bisherigen Wetterphänomene nur ein laues Lüftchen dessen waren, was in den kommenden Jahren auf die Menschheit zurollen wird. Die Zustände auf der Erde werden grausam werden und die Schönwetterreden der PolitikerInnen, dass man die Klimawende schon noch irgendwie schaffen werde, sind nur noch leere Worthülsen und Platituden. Sie sind Beruhigungspillen für die Bevölkerung nach dem Motto, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Daher macht es unter diesen Bedingungen auch keinen Sinn mehr, über strategische Konzepte für eine Wirtschaftsanpassung, wie sie sich die Ampelkoalition Deutschlands auf die Fahne schrieb, nachzudenken. Zwar ist es aller Ehren wert, was die Grünen in die Regierungspolitik einbrachten. Aber fehlt einzig und alleine China bei den Bemühungen zur Klimarettung, so sind die deutschen Anstrengungen bei einem Anteil von „lächerlichen“ 2,2 Prozent fast wertlos.

Solange sich China, die USA, Indien und Russland nicht an einen Tisch setzen und ein Meisterwerk an Klimasanierung beschließen und UMSETZEN, so lange wird das Klima heißer und heißer werden.

Ist es vorstellbar, dass diese vier sich zusammentun und die große Rettung einleiten? Nie und nimmer! Daher kann man bei allem Unwissen über die Zukunft lediglich über mögliche Szenarien für das kommende Leben auf dieser Erde sinnieren und einen Blick in die Erdgeschichte werfen.

Massenaussterben – nichts Neues

Während der Erdgeschichte gab es bereits acht tödliche Krisen für das Leben auf Erden, wovon vier durch zu hohe Temperaturen eintraten. Demzufolge steuert die Menschheit auf genau ein solches Szenario zu, das zuvor Tiere und Pflanzen auf Grund exorbitanter Erderwärmung bereits vier Mal in großen Teilen ausrottete.

Wannvor Mio. JahrenErderwärmungAusrottung (%)
Ende Devon370+9°C65-75
Ende Perm250+10°C75-95
Ende Trias200+5°C70
Ende Kreide66+4 bis zu +8°C75
Ausrottung des Lebens durch zu hohe Erderwärmung

Ob die Menschheit ebenfalls von der totalen Ausrottung verschont bleiben wird, hängt davon ab, welches Szenario eintritt. Aber das Menetekel steht bereits an der Wand. Denn schon 2017 unterschrieben 17.000 Wissenschaftler ein Manifest, in dem es heißt, „… haben wir ein Massenaussterben ausgelöst, das sechste in etwa 540 Millionen Jahren, bei dem viele gegenwärtige Lebensformen bis zum Ende dieses Jahrhunderts vernichtet oder zumindest dem Aussterben ausgesetzt sein könnten.“ (Ten Grim Climate Scenarios If Global Temperatures Rise Above 1.5 Degrees Celsius).

In der Studie des IPCC von 2022 wird der schlimmste Fall (SSP5-8.5) folgendermaßen kommentiert: „Die Welt ignoriert die Bedrohung durch die globale Erwärmung und konzentriert sich stattdessen auf anhaltendes und nicht nachhaltiges Wirtschaftswachstum. … Millionen werden sterben, wenn Ernten auf der ganzen Welt ausfallen und Städte unter dem steigenden Meeresspiegel versinken. Die weltweite Temperatur erhöht sich um 3,3 bis 5,7 Grad Celsius bis zur Jahrhundertwende.“ (aus UN Panel’s five possible temperature rise scenarios).

Infolge solcher Analysen ist es höchst wahrscheinlich, wie die Situation im Jahr 2075 sein wird.

Situation im Jahr 2075

Weil sich am globalen politischen Führungsverhalten im Wesentlichen nichts änderte, stieg die Erderwärmung laufend an und führte zu immer schlimmer werdenden Katastrophen. Während all der Jahre waren die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen nicht willens und nicht in der Lage, die Grenzen des Wachstums anzuerkennen. Infolgedessen vergrößerte sich der ökologische Fußabdruck laufend und die Ressourcen der Erde deckten den Verbrauch bei weitem nicht mehr.

Die Lage auf der Welt war 2075 gekennzeichnet durch

  • laufende Katastrophen und Verwüstungen des menschlichen Lebensraums auf einer großteils bereits verbrannten Erde
  • Hunger, Not, Vertreibung und Tod von mittlerweile Millionen von Menschen
  • Reduktion des Lebensraums auf die verbleibenden Zonen mit „gemäßigtem“ Klima in einem schmalen Erdgürtel
  • Kriege um den Zutritt zu den „gemäßigten“ Klimazonen und Tod von weiteren Millionen Menschen
  • radikale, erzwungene Einschränkung in allen Lebensbereichen; ausufernde Armut
  • verzweifelte Rettungsmaßnahmen der Überlebenden, um das endgültige Aus abzuwenden.

So oder ähnlich waren die Lebensbedingungen geworden, weil Menschen in ihrer Arroganz gegenüber dem eigenen Lebensraum die Ressourcen über das verträgliche und nachhaltige Maß verbrauchten. Deswegen stand im Jahr 2075 der Weg der Menschheit in die weitere Zukunft am Scheidepunkt und nur noch drei Möglichkeiten boten sich.

Apokalypse

Klima bei vier Grad Erderwärmung
Situation bei „nur“ 4°C Erderwärmung; Landflächen erwärmen sich stärker als Meere; Arktis und Antarktis erwärmen sich stärker als die Tropen. (in Summary for Policymakers, p. 16, Zitierung siehe unten)

Im Laufe der folgenden Jahre verschlechterten sich die Klimabedingungen weiter – und zwar dramatisch schnell. Alle Kippunkte waren überschritten worden und es gab keine Chance mehr, erträgliche Klimabedingungen zu schaffen. Bis zum Jahr 2100 wurde das Klima um über 5°C heißer als ein Jahrhundert zuvor. Das Leben auf der Erde war für die Menschheit nur noch in Höhlen möglich. Die Zivilisation war vernichtet. Das völlige Aussterben der Menschheit war nur noch eine Frage der Zeit.

Überleben

Die Menschheit wurde auf ein Zehntel reduziert und überlebte in einer engen Enklave der Erde. Der Leidensdruck war so groß geworden, dass es zu einem radikalen Umdenken kam. Infolge dessen begann der CO2-Ausstoß rapid zu sinken und das Klima verbesserte sich zusehends. Nach und nach war es möglich, die Neubesiedelung von Teilen verlorener Territorien aufzunehmen und das Leben im Gleichgewicht mit den Ressourcen der Erde zu organisieren.

Dies alles konnte nur gelingen, weil die alten Machtstrukturen des Industriezeitalters und der digitalen Welt zusammenbrachen und die alte politische Führungsgesellschaft hinweggefegt wurde. Es entstand eine Art positive Diktatur mit breitem gesellschaftlichen Konsens, die jegliche Entwicklung zum Schaden der Umwelt unterband. Alte Sünden wurden eliminiert.

Überlebensszenario und Besinnung auf das Klima
(c) by Nicole Herrero on unsplash

Das Prinzip Wachstum hatte endgültig ausgedient und war durch das Prinzip strikter Nachhaltigkeit ersetzt worden. Es bestand Konsens im Verzicht auf den Widersinn ausufernder Mobilität, auf die Verschmutzung durch die Verpackungsindustrie, auf Produktion und Verbrauch unnotwendiger Konsumgüter und auf vieles mehr. Die Menschheit war zur Besinnung gekommen und das Leben war wieder stressfrei und umgänglich geworden.

Rettung

Erfolgsszenario und Überwindung der Klimakatastrophe
(c) by Amos Lee on unsplash

Im Unterschied zum Überlebensszenario gelang Forschern im Laufe der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts die Entwicklung einer Technologie zur raschen und nachhaltigen Speicherung von CO2. Zudem stand man vor der Lösung zur umweltfreundlichen Steuerung des Wetters mit optimalen Bedingungen für Umwelt und Menschen. Forschergeist rettete die Menschheit vor weiter zunehmenden Katastrophen und öffnete den Weg in eine neue wieder aufblühende Zukunft.

Was wirklich passieren wird

Was wirklich passieren wird, weiß niemand. Aber ein paar Tatsachen dürften ziemlich sicher sein.

  1. Die Führer dieser Welt werden die Welt nicht retten.
  2. Kriege und Revolutionen, geboren aus der um sich greifenden Not, werden Auslöser radikaler Veränderungen sein.
  3. Die verbleibende Menschheit wird sich dem Diktat der Nachhaltigkeit unterwerfen, um zu überleben.
  4. Die Forschung zur Klimarettung wird Top-Priorität erhalten.
  5. Die Generation 2020 wird dies alles erleben.

Weil wir aber nicht wissen, was wirklich passieren wird, gibt es auch immer noch Zeichen der Hoffnung, wie zum Beispiel:


Bildverzeichnis

  1. Temperatures, Addressing global warming, 2100 Warming Projections, Nov 2021 update, by Climate Action Tracker, Copyright von CAT
  2. Beurteilung der Klimaschutzmaßnahmen in untersuchten Ländern: Countries, last update June 2022, by Climate Action Tracker, Copyright von CAT
  3. Summary for Policymakers: Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, by [Masson-Delmotte, V., P. Zhai, A. Pirani, S.L.Connors, C. Péan, S. Berger, N. Caud, Y. Chen, L. Goldfarb, M.I. Gomis, M. Huang, K. Leitzell, E. Lonnoy, J.B.R. Matthews, T.K.Maycock, T. Waterfield, O. Yelekçi, R. Yu, and B. Zhou (eds.)], Quelle, Copyright IPCC

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