29.01.2023 13:33

zuletzt geändert am 12.01.2023

Man findet als Klimaschutz-Organisationen #aufstehn, Artists for Future, Attac, CEOs for Future, CliMates Austria, Endfossil, Erde brennt, extinction rebellion, Fridays for Future, Global 2000, Greenpeace, Klimaprotest, Letzte Generation, Parents For Future, Scientists for Future, Seniors for Future, Über 350 und sicherlich noch weitere, aber keine Organisation der Klimaschützer legt ihre Strategie offen. Haben sie überhaupt eine?

Wie sieht es mit dem Erfolg der Klimaschützer aus? Konnten sie Maßnahmen zur Regulierung von viel zu viel Wachstum und CO2-Ausstoß oder zum Erhalt der Artenvielfalt durchsetzen? Nehmen wir es vorweg. Die Klimaschützer haben zweifelsohne Bewusstsein geschaffen, aber bisher nichts Zählbares erreicht. Woran liegt es? Ganz sicher nicht an ihrem Einsatz und ihrem Engagement. Was Klimaschützer bisher gleistet haben – vor allem die Jugend – ist weit, weit mehr als die Zivilgesellschaft je zuvor geleistet hat und der restliche Teil der heutigen Zivilgesellschaft offenbar zu leisten bereit ist. Die Leidenschaft der Klimaschützer im Kampf gegen die Klimakrise ist bewundernswert, aber sicher nicht der Grund der Erfolgslosigkeit.

Mit Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Petitionen, Demos, Streiks, Kundgebungen, Aktionen, Veranstaltungen haben sie viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, bei den Medien und der Politik erzielt. Aber die politisch Verantwortlichen haben sich bis heute ihrer Verantwortung entzogen, die Krise wirksam zu bekämpfen. Auch Attac kann bei allen Aktivitäten nur darauf hinweisen, dass die Umsetzung ihrer Forderungen am Systemwiderstand scheitert. Warum? Vermutlich, weil die Klimaschützer ohne klare Strategie agieren.

Beispielsweise wird der Vollzeitaktivist Sonnenbaum von “Letzte Generation Österreich” in der WZ zitiert: “Wir wissen, dass ohne die Störung des Alltags keine große Wirkung erreicht wird. Wir merken, es erreicht Gespräche bei Stammtischen, Feiern, in Familien, und genau das ist das Ziel.” – Das ist das Ziel, eventuell sogar das Ziel einer Strategie? Weil Stammtische, Feiern und Familien ja solch enorm großen Einfluss auf die Gestaltung der Klimapolitik nehmen. Was für eine naive Einschätzung, politisch etwas in Gang zu setzen und nachhaltig für Klimaschutz zu sorgen! Das ist ineffizienter Aktivismus und so bleiben Klimaschützer erfolglos!

Klimaschützer erfolglos

Das bittere Ergebnis aller bisherigen Anstrengungen lautet, außer Bewusstseinsschaffung erzielten die Klimaschützer bisher keinen einzigen wirksamen Effekt zur Eindämmung der Klimaschäden. Politik, Wirtschaft und Finanzwelt sitzen die Anforderungen aus, behandeln sie im Schneckentempo oder schließen faule Kompromisse. Und je intensiver die Aktionen der Klimaschützer werden, desto mehr taucht ein weiteres Problem auf. Sie stoßen auf Widerstand, Ablehnung und Verteufelung durch jene, denen ihr ungestörtes Leben jetzt wichtiger ist als das sichere Leben ihrer Kinder morgen. Zusätzlich gibt es eine schrille Auseinandersetzung mit Klimaleugnern und Andersdenkenden, die an Glaubenskriege erinnert und die Gesellschaft in Teilen erschreckend polarisiert.

Die Lage der Klimaschützer ist prekär, die der Welt jedoch weit mehr.

Was den Klimaschützern fehlt, sind eine klare Strategie und ein starkes, erfolgreiches Umsetzungskonzept, das den Klimaschutz zum Durchbruch bringt. Wo sind Strategie und Konzept zu finden? Gibt es sie oder nicht? Dabei wäre es kein Wunderwerk der Klimaschützer, eine erfolgreiche Strategie zu erstellen.

Grenzen des Erfolgs

Andererseits ist es keineswegs sicher, dass eine Klimaschutz-Strategie erfolgreich implementiert werden kann und darüber hinaus erfolgreich wirkt. Selbst wenn die Umsetzung erfolgreich gelänge, muss man sich über die Grenzen der Wirksamkeit bewusst sein.

Falls es gelänge, im gesamten deutschsprachigen Raum alle notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen und erfolgreich umzusetzen, wäre dies weltweit nur von einer insignifikanten Bedeutung. Denn im Erfolgsfall würde der weltweite CO2-Ausstoß in der Größenordnung von nur etwa 3% abnehmen. Mehr Einfluss hat die Region nicht. Die großen Hebel zur Reduktion des CO2-Ausstoßes liegen bei den Big4. Sie – und leider nicht die Klimaschützer – entscheiden im Wesentlichen darüber, wie stark sich das Klima erwärmen wird.

Zudem gibt es eine ernstzunehmende Frage: können die notwendigen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden oder scheitern sie zu einem erheblichen Teil an der Nichtmachbarkeit wie u.a. im Artikel Das riskante Spiel der Klimahochstapler adressiert. Die Einschränkungen sollen aber nicht dazu führen, nichts zu tun. Es soll nur vor Illusionen gewarnt sein.

Jeder Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen auf dieser Erde ist ein wesentlicher Beitrag.

Wenn wir aber davon ausgehen müssen, dass die Prognosen über die Klimaerwärmung eintreffen werden, dann braucht es einen Zusatz zu jedweder Klimaschutz-Strategie. Dann braucht es zusätzlich eine Strategie zum Schutz vor Klima.

Strategie zum Schutz vor Klima


Im Übrigen bin ich der Meinung, Sie müssen etwas für den Klimaschutz tun.