29.01.2023 13:00

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zuletzt geändert am 24.01.2023

Vor Kurzem erst schrieb Wolfram Weimer auf ntv, Joe Biden wäre ein Glücksfall für die Weltpolitik. Gemeint war damit das von Biden initiierte und durchgesetzte 370 Milliarden USD schwere Förderprogramm unter dem Titel “Inflation Reduction Act”. Der größte Teil des Geldes (260 Mrd. USD) soll in den Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft fließen und dem Klimaschutz dienen. Nun wird aus Klimaschutz plötzlich ein Problem für Europa.

Anstatt dass die Europäer über diesen Brocken im Kampf gegen die Klimakrise jubilieren, beginnen sie darüber zu mäkeln, weil ihre Industrie von den Investitionen nicht genug – oder vielleicht fast gar nichts – einsacken wird können. Die Amerikaner wollen, dass das Geld möglichst in den USA ausgegeben werden und den eigenen Firmen zufließen soll.

Die Europäer vertreten den aberwitzigen Standpunkt dadurch Wettbewerbsnachteile zu erleiden und sprechen bereits von einem drohenden Handelskrieg. Welche Perversion!

Nicht genug damit, dass der Fokus von Klimaschutz zu Kommerz verschoben wird, jammern die Deutschen und Franzosen in vorderster Linie über drohende Geschäftsverluste. Sie möchten gerne eine Umverteilung amerikanischer Investitionen. Wenn die USA schon so reich ist, 260 Milliarden zu investieren, dann soll doch bitte auch genügend Geld davon nach Europa fließen.

Moment einmal! Wenn die mehr als berechtigte innerdeutsche Forderung erhoben wird, die Reichen mögen doch bitte mehr für die Bedürftigen tun, dann herrscht betretenes Schweigen. Umverteilung? Aber bitte doch nicht ernst gemeint, oder? Wozu gibt es eine Regierung und einen Staatshaushalt, wenn nicht zur Finanzierung von Sozialhilfen und Unterstützungsprogrammen? Soll doch der Staat investieren und Geld locker machen!

Kommt einem da nicht der Gedanke nahe, statt um Umverteilung von Mitteln zu betteln und fadenscheinige Wettbewerbsargumente zu strapazieren, wären die Europäer bestens beraten in den Wettstreit mit den USA einzutreten und ihrerseits ein entsprechendes Förderprogramm aufzulegen? Zwar “wummste” es in Deutschland ja schon zwei Mal, aber das heißt ja nicht, die EU könne nicht ihrerseits einen EU-Wumms auflegen.

Das hülfe dem Klimaschutz ganz mächtig, würde die kleinkarierte Denke um Wettbewerbsverzerrungen rasch beenden und die Industrie kräftig aufatmen lassen. Damit wäre dem Klimaschutz, der Wirtschaft, der USA und Europa hervorragend gedient und Europa hätte kein Problem mehr.

So aber? Erbärmlich!


Im Übrigen bin ich der Meinung, Sie müssen etwas für den Klimaschutz tun.