Kriegen wir in der Klimakrise noch die Kurve?

Reinhard Steurer, Professor für Klimapolitik an der BOKU Wien, sagt über die Klimakrise: „Mit viel Glück kriegen wir noch die Kurve. Und wenn nicht, wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Aber man darf nie aufhören, von einer Gelegenheit zu sprechen, um Mut zu machen.“ Aus dem Interview wird einmal mehr deutlich, dass Mut machen kaum noch reicht, sondern die Chancenlosigkeit Überhand nimmt

Es reicht die Gefahr, dass unsere Zivilisation im Chaos versinken wird, offenkundig nicht, um eine massive Änderung der globalen Politik herbeizuführen. Wenn Ankündigungen und Umsetzungen in der Klimapolitik weiterhin soweit auseinandertriften, dann werden wir die Kurve nicht mehr kriegen. Scheurer sagt, wir bräuchten aufrüttelnde Botschaften und Berichte aus den „Intensivstationen der Klimakrise“. Leider ist die mediale Berichterstattung oft verharmlosend. Und am wichtigsten wäre, dass die Politik aufhört, Märchen zu erzählen (Anmerkung: siehe das Geschwätz von Frau Gewessler). Dass Österreich mit der derzeitigen Politik bis 2040 klimaneutral sein kann oder dass bis 2030 der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen stammen wird, sei beim derzeitigen Reform-Tempo mit Sicherheit unmöglich.

Zwar wollen fast alle Klimaschutz, aber sie wollen möglichst wenig dafür tun. Wir befriedigen das Bedürfnis nach Klimaschutz mit Dingen, die möglichst leicht und billig sind. In der Politik ist die einfachste politische Ersatzhandlung, Ziele ankündigen. Bis 2040 klimaneutral sein, das klingt super und man kann damit Wahlen gewinnen, weil es heute niemandem weh tut. Kurzum: Wir verarschen uns beim Klimaschutz selbst.

Laut ORF hat Österreich seit 600 Tagen kein Klimaschutzgesetz, das bestimmen würde, wie viel CO2 jährlich von wem verbindlich eingespart werden muss. Zwischen ÖVP und Grünen ist keine Einigung in Sicht. Die ÖVP bremst, um der Wirtschaft ja keine großen Bürden aufzulegen. Das passt haarscharf zur Kritik von Professor Scheuer und ist unverantwortlich im Zuge der Klimakrise. Was Fridays for Future von der Arbeit der Grünen in puncto Klimaschutzgesetz hält, hält, liest man unter Umweltschützer kritisieren Grüne scharf.

Was fehlt, ist intensive mediale Berichterstattung und ausreichend Druck aus der Bevölkerung. Es braucht Massenbewegungen wie „Fridays for Future“, die besseren Klimaschutz einfordern, in Umfragen, an Wahltagen und auch auf der Straße.

Ich wünsche mir inständig, dass die winzig kleine Stimme meiner Website dazu beiträgt, dass Menschen aufwachen, Druck machen und bei den Wahlen ihre Stimme denen geben, die wirklich bereit sind, für den Klimaschutz zu arbeiten statt zu palavern. Herr Nehammer palavert gern über die Notwendigkeiten für den Klimaschutz, nur tun tut er nichts. Man kann beim derzeitigen Stand der Dinge nur die Grünen wählen, obwohl auch sie noch viel zu viele Schwächen zeigen.

Österreicher wacht auf und wählt richtig!

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