09.12.2022

zuletzt geändert am 07.11.2022

alternative medien
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Nach eigenen Angaben bietet Report24.news Nachrichten, Reportagen und Meinungen zu Themen aus aller Welt, speziell aber aus dem deutschsprachigen Raum. Laut economy4mankind positioniert sich Report24 gegen die Klimahysterie, gegen die Corona-Politik, gegen die Zuwanderungspolitik, gegen die Dystopie von WEF und Klimaschwindlern, etc.

Dem ist relativ wenig hinzuzufügen. Liest man die Artikel, so findet man die oben erwähnte „Gegen-alles-Einstellung“ allerortens. Dagegen sein ist alles. Über dunkle Machenschaften böser Institutionen zu berichten gehört dazu, wenn beispielhaft verlautet wird, wie der Goldpreis in London manipuliert und Russland eine Reservewährung einführen wird. Ziemlich lächerlich.

Im Artikel Klimaalarmismus fehlgeschlagen: Wo bleibt die eisfreie Arktis? wird an Hand veralteter Quellen vorgekaukelt, es gäbe keine Klimakrise. Neue Ergebnisse werden natürlich nicht berücksichtigt. Die bestätigen aber, dass die Arktis massiv bedroht ist und sich schneller als der Rest der Welt erwärmt: Von 1971 bis 2019 ist die globale Durchschnittstemperatur der Arktis um 3,1 Grad Celsius gestiegen. Zum Vergleich: Laut dem neuesten Weltklimabericht hat sich der Planet als Ganzes aufgrund des Klimawandels „nur“ um 1,1 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmt.

„Die Polarregionen als Frühwarnsystem unseres Planeten schlagen eindeutig Alarm: Schon vor 2050 werden wir in der Arktis aller Voraussicht nach zum ersten Mal einen Sommer erleben, in dem das Nordpolarmeer weitestgehend frei von Meereis sein wird – und zwar in allen untersuchten Zukunftsszenarien.“

Quelle: Dirk Notz, Leiter der Forschungsgruppe Meereis im Erdsystem, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/klimawandel/eisschmelze-eis-polkappen-antarktis-arktis-100.html

Zwar lag der von Report24 unter Klimaalarmismus zitierte Bericht völlig falsch, aber das reicht nicht, um Leute an der Nase herumzuführen. Die Lage in der Arktis bleibt dramatisch schlecht. Die Zeichen stehen auf Alarm.

Und auch der groß aufgebauschte Bericht über Gift in Antigen-Schnelltest ist mehr eine Schaumblase als Faktenfinder.

Giftige Antigen-Schnelltests

Von Report24 wurde am 22.09.2022 eine Pressekonferenz (Video bei Minute 5:32 starten) organisiert, die offenbar auf eine Initiative von Wir-EMUs zurückgeht, über die nichts Erhellendes zu finden ist. Die Antigen-Schnelltests für SARS-CoV-2 sollen die giftigen Inhaltsstoffe Triton X, Natriumazid und eine giftige CIT/MIT-Mischung beinhalten. Die Sprecher der Pressekonferenz berichten über die Giftstoffe, über Umwelt und Rechtsverfahren, aber der Informationsgehalt bleibt eher dürftig.

Das Thema „Gif­ti­ge Inhalts­stof­fe in Coro­na Schnelltests“ wird konkret auf der Website www.testfrei-gesund.at dargestellt. Träger der Website ist „Gesundheit für Österreich – Verein zur Förderung der biopsychosozialen Gesundheit“ mit dem Obmann Dr. Andreas Sönnichsen.

In den auf obiger Website publizierten Untersuchungsergebnissen taucht nur Natriumazid (eine Ausnahme: TERGITOL 15-S-9, ein Triton X-100 Ersatz) auf, während von anderen Gefahrstoffen keine Rede ist. Selbst Natriumazid wird nicht im Testergebnis ausgewiesen, sondern man findet zumeist nur den Vermerk „Enthält Natriumazid, weitere giftige Inhaltsstoffe unbekannt.“ Getestet wurde die Zytotoxizität, also die Fähigkeit bestimmter (chemischer) Substanzen, Gewebszellen zu schädigen beziehungsweise abzutöten. Dabei wurde bei der Pufferlösung der untersuchten Schnelltests fast durchgängig eine Zytotoxizität mit der höchsten Stufe 4 nachgewiesen. Stufe 4 bedeutet ein nahezu oder vollständige Zerstörung der Zellschichten. Demzufolge ist die Pufferlösung hochtoxisch und das Natriumazid dürfte der Stoff sein, der die Toxizität verursacht. Fakt ist zudem, dass der Beipackzettel der Antigen-Schnelltests keine Liste der Inhaltsstoffe enthält und Vorsichtsmaßnahmen nennt, die in der Praxis weder im Wohn- noch im Klassenzimmern handhabbar sind.

Bewertung der Aktion von Report24

Wie muss man das Untersuchungsergebnis bewerten? Zunächst, schlimm! Gefahrstoffe haben in einem Antigen-Schnelltest nichts, aber auch absolut nichts verloren. Sind die Untersuchungsergebnisse so valide wie sie erscheinen, hätte das Gesundheitsministerium prinzipiell ein Problem, das aber sicher typisch österreichisch wegbügelt werden wird. Es wird alles im Sand verlaufen, denn außer dem haufenweis von Alternativen Medien aufgegriffenen Vorwurf hat kein einziges traditionelles Medium auf die Pressekonferenz von Report24 und Wir-EMUs reagiert. Dieser Umstand spricht für den effekthaschenden Showcharakter der Pressekonferenz.

Alternative Medien, die das Thema sofort aufsaugten: tkp.at, Plattform Respekt, Deimelbauer, Philosophia Perennis, Wochenblick, Schild Verlag, UNCUT-NEWS, Achern weiß Bescheid, Der Nachrichtenspiegel, Max Otte, polit-X und auch reitschuster.de fädelte noch ein.

Schlussfolgerung

Wie groß ist das Risiko eines Schadens tasächlich? Niemand weiß es. Die Ausführungen der Referenten in der Pressekonferenz sind dazu vage. Die Art der Durchführung des Schnelltests (Skip Werbung) lässt den Schluss zu, dass ein Kontakt mit der Pufferlösung sehr unwahrscheinlich ist, wenngleich er nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Fall von Vergiftung ist trotz millionenfacher Tests nicht bekannt. Somit ist der Schluss erlaubt, dass die Kampagne von Report24 und Wir-EMUs das Thema stark aufbläht, um die Corona-Gegner ganz im Sinne der eingangs erwähnten Gegnerschaft zu füttern. Hier wurde offenbar aus einer Mücke ein Elefant gemacht.

Zwar trügen die Tests zu einer Reduktion der Ansteckung bei, wenn sich alle an die Quarantäne hielten. Aber tun das alle? Sehr fraglich. Impfen, was auch kein Allheilmittel ist, wäre von größerer Hilfe. Aber davon wollen Anhänger von Report24 natürlich erst recht nichts wissen. Also sollten sich doch alle ungetestet und ungeimpft durch die mittlerweile relativ milden CoV-Varianten wie bei einer Grippe anstecken und die Immunisierung der Bevölkerung dadurch steigern. Ein paar Tote (wie bei einer Grippe) kostete das schon, aber was soll’s, das Leben geht doch in allen Fällen einmal zu Ende. So blieben die armen Schulkinder vor Giftstoffen in der Pufferlösung der Schnelltests verschont, müssten allerdings im schlimmsten Fall damit rechnen, auf der Intensivstation zu landen. So wäre doch die Logik aus der Aktion von Report24 und Wir-EMUs zu verstehen? Oder?


Report24-Geschäftsführer und Herausgeber Florian Machl publiziert zusammen mit einem Autorenkollektiv.

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