Drei Typen von Webseiten

zuletzt geändert am 21.06.2022

Unterschiedliche Typen von Webseiten bedingen einen unterschiedlichen Grad der Ausspähung. Dementsprechend müssen Benutzer ihr Surfverhalten unterschiedlich gestalten, wenn sie sich schützen wollen.

Social Media Dienste

Immerhin über 4 Milliarden Menschen benutzen Social Media Dienste, was der halben Weltbevölkerung entspricht!

Social Media Webseiten bieten Menschen eine Kommunikationsplattform im Internet, so dass sie miteinander interagieren sowie Informationen suchen und austauschen können. Dafür gibt es mehrere hundert Dienste mit den unterschiedlichsten Angeboten, wobei die bekanntesten sind:

AnbieterNutzerAnbieterNutzerAnbieterNutzer
Facebook 2.895 TikTok 1.000 Reddit 430
YouTube 2.291 Telegram 550 Twitter 363
WhatsApp 2.000 Snapchat 538 Quora 300
Instagram 1.393 Kuaishou 506
WeChat 1.251 Pinterest 454
Die meistgenutzten Social Media Dienste mit der Anzahl monatlicher Nutzer

Hinzuzurechnen sind noch Suchmaschinen wie Google, weil deren Geschäftsmodell mit dem der Social Media Dienste vergleichbar ist.

Im Fall des Besuchs eines Social Media Dienstes betritt der Internetbesucher quasi einen Rummelplatz, auf dem er sich mit den anderen Besuchern trifft. Während sich die Besucher treffen, hat der Betreiber des Rummelplatzes Zugriff auf die Daten der gesamten Masse der Besucher, die ihm unendlich viele Beziehungen und Informationen („Insights“) liefern. – Viel, viel mehr, als z.B. ein einzelner Lieferant an Daten von seinen Besuchern abgreifen kann.

Lieferanten im Internet

Auch wenn die Abgrenzung zu den Social Media Diensten teils verschwimmt, dienen die Webseiten von Lieferanten weniger der Kommunikation als zur Abwicklung von Geschäften. Der Benutzer muss sich dafür mit seinen persönlichen Geschäftsdaten registrieren, hat ein Konto, und alles was er beim Lieferant macht, wird aufgezeichnet. Typische Vertreter dafür sind online-Shops wie Amazon, Banken, Behörden, Versorger, Presse, etc. und alle Portale, deren Dienste vollumfänglich nur mit Hilfe eines Kontos funktionieren.

Beim Besuch eines Lieferanten steht der Internetbenutzer in einer 1:1-Beziehung zu diesem. Der Lieferant erhält nur „Insights“ in die Aktivitäten jeweils des einen Besuchers, selbst wenn die anschließende Datenanalyse beim Lieferanten die Daten aller Besucher auswertet.

Lieferanten kann man auch ohne Konto besuchen, sofern man sich nur über das Angebot des Lieferanten ausführlich informieren will. In diesem Fall gilt das gleiche wie für nicht kommerzielle Webseiten.

Nicht kommerzielle Webseiten

Nicht kommerzielle Webseiten haben die unterschiedlichsten Zwecke, liefern in der Regel immer Informationen oder Daten und dienen oftmals auch dem anonymen Informationsaustausch wie im Fall von Diskussionsforen. Bisweilen verlangen die Betreiber einer Website eine Registrierung, die jedoch oft auch unter einem Pseudonym erfolgen kann. Ohne dass es Daten gibt, dürften 80% der geschätzten 10 Millionen Webseiten im Internet zu dieser Kategorie zählen.

Ob und inwieweit von solchen Webseiten Datenanalyse betrieben wird, ist von Fall zu Fall völlig unterschiedlich. Die aller größte Masse an nicht kommerziellen Webseiten im Netz wird gar keine Datenanalyse betreiben, aber auch zu den am wenigsten besuchten zählen. In den übrigen Fällen darf man unterstellen, dass sich die Ausspähung in Grenzen hält.

Nur beim Typ „nicht kommerzielle Webseiten“ und auf allen Webseiten ohne Konto kann der Benutzer sich so schützen, dass er nicht ausgespäht und erkannt wird. In allen anderen Fällen gibt es gar keinen Schutz vor Ausspähung oder bestenfalls einen sehr, sehr geringen.

Das sollte man beim Besuch der unterschiedlichen Typen von Webseiten im Blick behalten.

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