Die Zukunft der Ukraine

Die Geschichte der Ukraine ist bis in die Gegenwart geprägt von Besatzungen und Fremdherrschaft. Im Laufe der Jahrhunderte sah das Land Skythen, Sarmaten, Goten, Hunnen, Anten, Ulitschen, Tiwerzen, Magyaren und das Königreich Bulgarien, ehe mit dem Reich der Kiewer Rus erstmals eine homogenere Bevölkerung entstand und 1187 der Begriff Ukraina auftauchte. Es folgten ungeachtet dessen Petschenegen, Kumanen, Galizien, Schytomyr, Moldawien, die Nogaier, die Goldene Horde, Polen-Litauen, die Osmanen und der Moskauer Rus. Das wachsende Russland verdrängte Polen-Litauen, die Osmanen und das Kosakenhetmanat. Dann teilte sich Russland die Ukraine mit Österreich bis nach dem Ersten Weltkrieg die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik entstand. Sie brachte Millionen von Ukrainern den Tod durch stalinistischen Terror und durch den Zweiten Weltkrieg.

Nationalbewusstsein

Anteil der ethnischen Ukrainer an der Gesamtbevölkerung in den Regionen der Ukraine.
Anteil der ethnischen Ukrainer an der Gesamtbevölkerung in den Regionen (2001), Quelle, by Alex Tora, CC 3.0

Ein ukrainisches Nationalbewusstsein entstand zwar im 19. Jahrhundert wie fast überall in Europa. Aber die Gegenreaktion zu den imperialen Mächten, führte nicht zur Gründung von Eigenstaatlichkeit. Erst 1991 konnte die Ukraine ihren eigenen Staat gründen, in dem fast 80% Ukrainer mit etwas weniger als 20% Russen zusammen lebten. Von Ressentiments zwischen den beiden Ethnien war kaum die Rede, ehe Putin erneut über das Land herfiel und versucht, es seinem russischen Reich einzuverleiben. Was er dabei übersah, war der Wille der Ukrainer, heftigsten Widerstand zu leisten. Das junge Nationalbewusstsein wehrt sich gegen erneute Fremdherrschaft und will als Teil der Europäischen Union in Freiheit leben.

Die neue Ukraine

Was sind die Konsequenzen aus Putins Überfall?

Bereits jetzt steht fest, dass es auf Jahrzehnte hinaus eine Mauer zwischen Ost und West geben wird. Der südöstliche Teil der Ukraine, der sowohl ethnisch als auch historisch – das wenigstens muss man Putins Meinung zugestehen – stets russischer war als der Rest des Landes, wird dem Osten zugeschlagen werden. Kein Waffenstillstand oder Friedensabkommen, die je geschlossen werden, wird daran noch etwas ändern. Offen bleibt nur die Festlegung der neuen Ostgrenze als Folge der Kriegshandlungen der nächsten Monate. Wie weit gelingt es den russischen Truppen, noch vorzustoßen, entgegen den durch den Westen unterstützten Widerstand der Ukrainer? Wann wird Putin zum Ergebnis kommen, genug erreicht zu haben?

Es ist ein Novum in der Geschichte, dass während eines Kriegs bereits über den Wiederaufbau eines Landes verhandelt wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich Selenskyj und der Westen bereits auf die neue Nachkriegsordnung verständigt haben. Der Westen ist mit viel Geld bereit, das Land langfristig in die EU einzubinden. Für die Ukrainer ist es der einzige Weg, ihre demokratische Zukunft zu sichern. Lieber kleiner und frei als größer unter erneuter Fremdherrschaft. Alles andere sind nur noch taktische Manöver und das unsägliche Leid der Bevölkerung durch den Krieg.

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