European Lithium Ltd. – EUR.AX

zuletzt geändert am 03.09.2022

Am 15.12.2021 schaffte es das Koralpe-Projekt der European Lithium sogar in die ZIB1 der ORF-Abendnachrichten. Es ist ein Projekt, bei dem die Gefahr besteht, dass es nie zum Erfolg kommen wird.

Situation der European Lithium

Die European Lithium, EUR.AX, hat bis zum 30.06.2020 (letzter Jahresbericht) ein Defizit von über 30 Mio. AUD angehäuft. Einnahmen gab es so gut wie keine, ein operativer Betrieb fehlt. Die Bilanz wies eine Summe von gut 37 Mio. AUD aus, wovon 98 Prozent aus Explorationskosten stammen. Das heißt: es gibt so gut wie keine eigenen Vermögenswerte, sondern hauptsächlich nur das Kapitalvermögen der Aktionäre aus 662 Mio. ausgegebenen Aktien (alles per 30.06.2020). Demzufolge finanzieren die Anleger zum aller größten Teil das Unternehmen. So dass einer Marktkapitalisierung von aktuell 135 Mio AUD ein derzeit praktisch wertloses Unternehmen gegenübersteht.

European Lithium erwarb im Mai 2011 zuerst die Schürfrechte der Kärntner Montanindustrie GmbH zur Lithiumexploration auf der Koralpe in Kärnten. Infolge war der Abbaubeginn ursprünglich bereits für das Jahr 2013 angesetzt worden. 2014 hieß es aber, man begönne mit der Produktion im Jahr 2018. Die Kleine Zeitung zitierte 2018 schließlich LH Kaiser, „es hätte das Unternehmen 400 Arbeitsplätze für den Abbau und die Gewinnung der Seltenen Erde in Aussicht gestellt“. Stattdessen setzte European Lithium 2019 den Produktionsbeginn für das Jahr 2021 fest. Nach neuesten Daten auf der Webseite von European Lithium soll die Produktion nunmehr 2023 oder 2024 beginnen. Unter dem Strich verheißt dieser endlose Schiebebahnhof nichts Gutes.

Zweifel an European Lithium

Der Hauptgrund für Zweifel besteht in der kritischen Kapitalbeschaffung durch European Lithium, die selbst praktisch nichts besitzt. Die institutionellen Anleger, unter ihnen eine Winance Investment LLC aus Dubai, die alle nur geringe Anteile besitzen, bringen es bei einem Kurs von 0,12 AUD zusammen auf ein Kapital von 17 Mio. AUD. Für den Beginn der Lithium-Produktion benötigt European Lithium jedoch nicht 17 Mio. AUD (ca. 12 Mio. Euro), sondern Kapital in Höhe von rund 400 Mio. Euro, wie verschiedenen Veröffentlichungen zu entnehmen ist. Dieses Geld wird sicher nicht, bzw. allenfalls nur zu geringem Teil, aus den angestrebten Förderungen beim österreichischen Staat und der EU fließen.

Es scheint, ein guter Schmäh zu sein, wie es bei der aktuellen Lage gelingen kann, 400 Mio. Euro zu lukrieren. Diese Lage kann sich allerdings schlagartig ändern, wenn die für 2022 angekündigte Machbarkeitsstudie tatsächlich einen profitablen Erzabbau samt Lithium-Gewinnung überzeugend darstellt. Am Ergebnis der Machbarkeitsstudie hängt die Zukunft. Ist sie so gut, dass Investoren für 400 Mio. Euro Investitionen gewonnen werden können, wird der Aktienkurs explodieren. Wenn nicht, wird man den Schmäh noch etwas weiterführen, ehe das endgültige Aus für das Projekt und den Aktienkurs kommen wird.

Aktienkurs

Der Kurs der Aktie erreichte wenige Monate nach Start das Allzeithoch von rund sechs AUD, verfiel dann kontinuierlich und lag seit Mitte 2013 höchstens bei 0,25 AUD oder deutlich darunter. Ab Juni 2021 stieg der Kurs von 0,055 auf 0,19 AUD, also um 350 Prozent. Ein typisches Zeichen gepushter Aktien.

Chairman

Hinter European Lithium steht der Australier Antony William Paul Sage (kurz Tony Sage), der in rund 100 Unternehmen engagiert ist. Aktien etlicher dieser Unternehmen (z.B. Cape Lambert Resources, Cauldron Energy, Cyclone Metals, Danakali Ltd, Delecta Ltd, Fe Limited, Global Strategic Metals, International Goldfields, Millennium Minerals Pty Ltd.) waren bzw. sind an der Australischen und teilweise auch an der Frankfurter Börse gelistet. Nach vielen sucht man mittlerweile vergeblich und jene, die man antrifft, haben fast keinen Wert mehr. Zu Tony Sage‘s Aktivitäten finden sich neben Anerkennung auch kritische Nachrichten über seine Aktiengeschäfte.

Quellen

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