29.01.2023 12:35

zuletzt geändert am 23.01.2023

Die Einschätzung des Finanzmarkts bleibt noch ungewiss, aber die Erwartung auf Besserung steigt.

Seit Juli 2022 kommt der Stabilitätsindex nicht aus seiner Talsohle heraus. Die auch von mir befürchtete und vielfach angesagte Rezession fand im großen Ausmaß entweder nicht statt oder herrscht seit letztem Sommer. Die Frage, wie lange noch, findet keine Antwort, denn Zeichen für einen soliden Aufschwung gibt es nicht – mit einer weiterhin extremen Ausnahme. Der DAX legte von Anfang Oktober bis zum Jahresbeginn 2023 eine unglaubliche Ralley hin. Und die erfolgte wider alle dafür gültigen Annahmen! Die Ralley schien im Dezember vorbei zu sein, zieht aber im Januar wieder kräftig an.

Dass die Finanzmärkte trotz aller nach wie vor erheblichen Probleme (Ukrainekrieg, Chinaschwäche, Parteiengezänk in den USA, Corona?, Brexitfolgen, Instabilität der EU, hohe Inflation) bereits wieder positiv in die Zukunft blicken, könnte möglich sein. Wenn sich DAX und Nasdaq-100 in den nächsten Wochen weiter bzw. wieder auf den Vormarsch begeben, dann könnte es Frühling an den Börsen geben. Und per 17.01.2023 riecht es noch mehr nach Frühling.

Aber diese Erwartung steht angesichts eines Minus im Stabilitätsindex von 27% gegenüber Allzeithoch noch auf wackeligen Beinen.

Zur selben Vorsicht gemahnen die hohen Abstände der Chancen und Risiken von ihren Best-Werten. Aber die nicht unbedeutenden Verbesserungen während der letzten zwei Monate nähren die bereits erwähnte Hoffnung auf bessere Zeiten.

FEX … Stabilitätsindex
RICI … Rohstoff-Index
DAX … Deutscher Aktienindex
World … MSCI World Aktienindex
NAREIT … Immobilienindex
VSTOXX und VIX … Angstindex
HY … Ausfallrisiko von High Yield Bonds
CDS … staatliche Credit Default Swaps

Wozu dienen die Daten?

Der Stabilitätsindex ist die Basis zur Einschätzung des Finanzmarkts und dient dazu, das Anlageklima einigermaßen zuverlässig einstufen zu können. Der Stabilitätsindex wird gebildet aus den Daten von Kapitalrendite (World), Börsenvertrauen (VSTOXX und VIX), Firmenstabilität (HY), Staatsvertrauen (CDS), Immostabilität (RICI, NAREIT), Derivatemarkt, Arbeitsmarkt, Konsumklima und Konjunkur. An Hand seines Verlaufs ist es möglich, sich vom psychologischen Druck der täglichen Kursschwankungen relativ gut zu befreien und damit eine solide Grundlage für Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen zu schaffen.

Die tatsächliche Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung wird jedoch erst durch den Swing ausgelöst (siehe ETF-Handel und Long/Short-Strategie mit ETF).


Im Übrigen bin ich der Meinung, Sie müssen etwas für den Klimaschutz tun.