Long/Short-Strategie mit ETF

zuletzt geändert am 12.09.2022

Diese Long/Short-Strategie mit ETF liefert eine gute Erfolgswahrscheinlichkeit, gewinnbringend anlegen zu können. Das geht, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und ohne riesigen Aufwand betreiben zu müssen.

Nachteil konventioneller Kapitalanlagen

Die meisten Kapitalanlagen setzen wie auch die Robo-Advisor auf steigende Kurse. Das ist bei fallenden Kursen höchst unvorteilhaft. Während der letzten fünf Krisen reichte die Verlustspanne von 30% bis 75%. Als die Corona-Krise ausbrach, fielen die Kurse innerhalb nur eines Monats um 40%. Man kann Einbrüche aussitzen und Untersuchungen belegen, dass solche Kapitalanlagen nach etwa 15 Jahren Haltedauer fast immer einen Gewinn bringen. Aber die Rendite wird nicht sehr hoch sein und deswegen ist es besser, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen.

Der riesengroße Nachteil solch einer Anlagestrategie liegt in falschen Entscheidungen, die durch das menschliche Verhaltensmuster entstehen. Menschen haben Angst vor Verlusten und verfallen in Gier bei Gewinnen. Angst und Gier führen in der Regel zu Fehlentscheidungen und vermasseln jeden Erfolg. Deswegen bedarf es eines Handlungsrahmens, der vor Angst und Gier bewahrt.

Menschliches Verhaltensmuster

Investiert man in ein Wertpapier beispielsweise 10.000 Euro, so ist es „normal“, dass man bei einer Volatilität von 40% sogar innerhalb eines Tages um 2.000 Euro ärmer werden kann. Für die meisten Menschen ist ein solcher Verlust unerträglich und die Mehrheit wird das Wertpapier aus Angst verkaufen, um noch größere Verluste zu vermeiden. Was aber, wenn der Kurs wieder zu steigen beginnt und kurze Zeit später bei plus 20% liegen mag? Die tägliche Kursbeobachtung liefert für diesen Stress keine Lösung. Sie führt in der Regel immer nur zur Angstreaktion und zum Verkauf mit Verlust. Im Übrigen verhalten sich Anleger ebenso unvernünftig bei steigenden Kursen. Denn sie verkaufen nicht, wenn sich ein Gewinn von 20% ergibt, sondern erwarten gierig, dass die Kurse weiter steigen würden. Fällt der Kurs erneut, ist die Enttäuschung über den entgangenen Gewinn groß.

Um sich vom psychologischen Druck der täglichen Kursschwankungen bestmöglich zu befreien, ist es notwendig, einerseits das Anlageklima gut einschätzen zu können und andererseits ein mathematisches Modell an der Hand zu haben, das die Kursschwankungen interpretieren lässt.

Stabilitätsindex als Teil der Long/Short-Strategie

Long/Short-Strategie ETF DAX Nasdaq-100 Stabilitätsindex
Korrelation von DAX, Nasdaq-100 und Stabilitätsindex

Um das Anlageklima einigermaßen zuverlässig einstufen zu können, habe ich (mir) einen Stabilitätsindex entwickelt. Er wird gebildet aus den Daten von Kapitalrendite, Börsenvertrauen, Derivatemarkt, Firmenstabilität, Staatsvertrauen, Immostabilität, Arbeitsmarkt, Konsumklima und Konjunkur. Die Grafik „Korrelation von DAX, Nasdaq-100 und Stabilitätsindex“ zeigt, dass die Korrelation zwischen Stabilitätsindex und DAX natürlich keineswegs perfekt ist, aber wenn man den Verläufen folgt, so ist sie hinlänglich genau, um das Anlageklima ziemlich gut einschätzen zu können. Solange der Stabilitätsindex auf einem stabilen Niveau mit wenig Änderungen verharrt, geben die Tageskursänderungen keinen Anlass zum Handeln. Beim Zusammenbruch der New Economy (Dotcom-Blase), dem Ausbruch der Finanzkrise, der Schuldenkrise und der Corona-Pandemie lieferte der Stabilitätsindex andererseits klar das Signal zum Verkauf. Schwierig ist die Interpretation des Finanzklimas bei Ereignissen wie dem Ukraine-Krieg, wenn der Stabilitätsindex keine überzeugende Richtung einschlägt.

Kursschwankungen (Swing) als Teil der Long/Short-Strategie

Jahrelange Beobachtungen bestätigen, dass Kurse eine gewisse Schwingung besitzen und Phasen steigender mit Phasen fallender Kurse sich abwechseln. Dieser sogenannte Swing kann aus den Kursschwankungen abgeleitet werden. Der Swing hat keine kontinuierliche oder regelmäßige Ausprägung, aber der Wechsel von Auf und Ab ist hinlänglich aussagekräftig, um daraus einigermaßen zuverlässig den richtigen Zeitpunkt für den Kauf abzuleiten. Den zeigt der Swing recht gut an, wenn der untere Umkehrpunkt erreicht wurde. Den Verkaufszeitpunkt zu bestimmen, erfordert etwas Glück und Erfahrung, denn er kann nicht aus dem oberen Umkehrpunkt des Swings abgeleitet werden. Dann ist es in der Regel bereits zu spät.

Long/Short-Strategie ETF Kursswing
Kursschwankungen des Short-ETF transformiert zum Swing. (VIX = Angstindex)

Mit Hilfe des Kursswings und des Stabilitätsindex ist ein erfolgreicher ETF-Handel möglich.

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